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VON CASANOVA & FLUCHT

Einer der bekanntesten Herzensbrecher, Giacomo Casanova, besuchte auf einer seiner vielen Reisen – im April 1760 – auch Stuttgart. Der venezianische Abenteurer war zu jener Zeit bereits eine Berühmtheit. Nach Stuttgart war er primär gekommen, um seine Freundinnen zu besuchen, die beim hiesigen Ballett tanzten. Einen bleibenden Eindruck hatte Casanova auch ohne Frauengeschichten in der württembergischen Residenz hinterlassen. Beim Besuch des Balletts applaudierte er seinen Freundinnen auf der Bühne begeistert. Dies tat er jedoch am lautesten von allen und – ein Fauxpas – noch bevor der Herzog selbst geklatscht hatte. Am Abend darauf entschloss er sich, in einer Spelunke mit ein paar Offizieren Karten zu spielen. Dabei trank er reichlich Wein. Die Offiziere halfen der berauschenden Wirkung mit Gift nach, bis ihr Opfer auf einer Trage in seine Unterkunft im Gasthaus Bären – in der Bärenstraße hinter der Markthalle gelegen – getragen werden musste. Seine hohen Spielschulden hatte er zuvor jedoch nicht beglichen. Aus diesem Grund hinderten die Offiziere den Venezianer durch einen Wachposten vor der Türe am Verlassen des Gasthofs. Casanovas Freundinnen vom Ballett eilten dem Frauenheld daraufhin zu Hilfe. Mit ihren weiblichen Reizen und reichlich Wein lenkten sie die Wache ab, sodass ihr gefangener Freund sich aus dem Gasthof herausschleichen konnte. Noch bevor es zu einem Prozess gegen Casanova kommen konnte, endete dessen Besuch in Stuttgart in jener Nacht mit einer Flucht über die Stadtmauer und durch den Wassergraben.

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Veröffentlicht am Donnerstag, 19. Mai 2016 09:28

VON KETTEN & VOGT

Auf dem Marktplatz wurde nicht nur Handel getrieben, sondern auch Recht gesprochen. Es gab für eine lange Zeit gleich zwei Rathäuser am Marktplatz. Das ältere – das sogenannte Herrenhaus – befand sich ab 1450 etwa dort, wo sich heute das Bekleidungsgeschäft Breitling befindet. Hier hatte ein vom Grafen eingesetzter Stadtvogt das Sagen. Im Herrenhaus gab es einen großen Gerichtssaal, in dem auch zahlreiche Todesurteile ausgesprochen wurden. Viele Verhandlungen fanden zur Abschreckung direkt auf dem Marktplatz statt. Selbst Hinrichtungen gab es dort. So wurden beispielsweise 16 Anführer des „Armen Konrad“ – eines Aufstands der Bevölkerung – 1514 auf dem Platz enthauptet. Angrenzend an das Herrenhaus befand sich eine Art Gefängniszelle. Die Verurteilten wurden darin dem Volk zur Schau gestellt oder direkt vor dem Gerichtsgebäude in Ketten gelegt. Neben dem Stadtvogt, dem Richter des Grafen, verlangte es dem Volk nach einem Rathaus, das seine Interessen vertritt. Der Graf gestattete daher bereits 1456 den Bau eines eigenen Stuttgarter Rathauses, in dem ein Schultheiß dem Vogt unter die Arme greifen sollte. Das erste Rathaus entstand an genau jener Stelle am Marktplatz, an der auch das aktuelle Gebäude steht. Der Schultheiß übernahm fortan Aufgaben wie das Schlichten kleinerer Streitereien der Stuttgarter Bevölkerung und führte den Finanzhaushalt der Stadt. Erst Ende des 18. Jahrhunderts hatte das Herrenhaus – auch Malefizhaus genannt – endgültig ausgedient. Es wurde 1775 in eine Bibliothek umgewandelt und schließlich 1820 abgerissen.

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Veröffentlicht am Donnerstag, 12. Mai 2016 14:11

QUICKIE

Stuttgart war im 16. und 17. Jahrhundert nach Wien und Würzburg die drittgrößte Weinbaugemeinde im deutschsprachigen Raum. In besonders heißen Sommermonaten war im wasserarmen Stuttgart häufig mehr Wein als trinkbares Wasser vorhanden. Dann war der Rebensaft günstiger zu erwerben als Trinkwasser. Durch den hohen Ertrag wurde es zudem immer wieder nötig, den Wein des Vorjahres wegzuschütten, um in den Fässern Platz für den neuen Jahrgang zu machen. Der alte Wein wurdedaher häufig auch zum Anrühren von Mörtel verwendet.

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Veröffentlicht am Montag, 25. April 2016 13:18

VON MONOPOL & BIER

Stuttgart ist eine Stadt des Weines, daher musste sich das Bier seinen Platz geradezu erkämpfen. 1640 wurde hier die erste Brauerei erwähnt. Doch diese verschwand schnell wieder, da man rund 20 Jahre später das Bierbrauen ausdrücklich verbot. Es schädige den Weinhandel, so die Begründung. Der wahre Grund war jedoch, dass der Herzog am Weinbau gut verdiente. Dass es ab 1676 jedoch plötzlich zwei Bierbrauereien in der Stadt gab, hatte einen einfachen Grund: Der Herzog von Württemberg hatte das Monopol auf den Gerstensaft. Das passte der Stadt Stuttgart so gar nicht. Doch es dauerte über 100 Jahre, bis der Herzog der Stadt das Braurecht übertrug und somit ab Ende des 18. Jahrhunderts auch zahlreiche private Brauereien entstehen konnten. Die 1865 gegründete Brauerei Ritter in Heslach war eine von ihnen. Ihre Nachbarin, die „Brauerei Englischer Garten“, vereinigte sich 1872 mit der weit älteren Klosterbrauerei St. Luzen, die bereits im 16. Jahrhundert gegründet wurde, zur „Württembergisch-Hohenzollerschen Brauereigesellschaft“. Diese schaffte es, in nur elf Jahren zum offiziellen Hoflieferanten des württembergischen Königshofs ernannt zu werden. Nach dem Ersten Weltkrieg schloss sich ihr auch die Brauerei Ritter an. Den Namen „Stuttgarter Hofbräu“ – und damit den Bezug zum Hoflieferanten – gab sich das Unternehmen jedoch erst nach dem Ende der Monarchie. Mit den Vorgeschichten der einzelnen Brauereien ist „Stuttgarter Hofbräu“ somit die älteste noch existierende und zudem die größte Brauerei der Stadt.

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Veröffentlicht am Donnerstag, 14. April 2016 18:14

VON RAUPEN & MAULBEEREN

Vor Jahrhunderten wurden rund um den Berliner Platz Seidenraupen gezüchtet. Als Lebensraum für die kleinen Tierchen pflanzte man in den 1730er-Jahren auf einem ausgedehnten Areal tausende Maulbeerbäume. Die bepflanzte Fläche erstreckte sich in etwa zwischen Holzgarten- und Weimarstraße, sowie zwischen Breitscheid- und Rotebühlstraße. Eine Fabrik zur Verarbeitung der Seidenkokons befand sich an jener Stell, wo heute die Rotebühlkaserne – das Finanzamt – zu finden ist. Die Seidenraupenzucht entpuppte sich als nicht sehr rentabel und wurde daher in den 1760er-Jahren wieder eingestellt. Doch auch als das Areal rund 80 Jahre später nach und nach bebaut wurde, war es unter dem Namen „In den Seidengärten“ bekannt. Die „Seidenstraße“ erinnert noch heute an diese Zeitperiode. Mit dem Bau der Liederhalle 1864 erhielten die Überreste der Seidengärten ihre heutigen Ausmaße. Erst 1956 wurde die Grünanlage in „Berliner Platz“ umbenannt.

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Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2016 20:36

VON REICHSPOST & FUNK

Die Geschichte des SWR zieht sich entlang der Neckarstraße im Stuttgarter Osten. Begonnen hatte alles bereits 1945, als die damalige Radioanstalt "Süddeutscher Rundfunk" (SDR) die Adresse Neckarstraße 145 – direkt am Stöckach gelegen – zu ihrem Hauptsitz machte. Dort bezog man ein ehemaliges Bürogebäude der Reichspost, in dem zuvor das Telegraphenbauamt ansässig war. Das Gebäude von 1930 mit seiner markanten abgerundeten Hauskante war jedoch nur bedingt für den Sendebetrieb geeignet. Aus Platzmangel ergänzte man es 1954 jedoch durch einen Erweiterungsbau. Seinen ersten Sendesaal richtete der SDR 1951 unweit in der Villa Berg ein. Acht Jahre später wurden im Park der Villa zunächst ein eigenes Funk- und 1965 ein Fernsehstudio eingeweiht. Die eher provisorische Unterbringung am Stöckach trieb die Pläne für einen Neubau voran. Dieser sollte am Rande des bereits genutzten Parks der Villa Berg am unteren Ende der Neckarstraße entstehen. Der Architekt Rolf Gutbrod entwarf einen Komplex aus mehreren Baukörpern – unter anderem ein Hochhaus –, der 1976 fertiggestellt wurde. Den alten Standort am Stöckach, nur rund 700 Meter entfernt, gab man auf. Er wurde ein Jahr später von der Staatsanwaltschaft Stuttgart bezogen, die dort noch heute ansässig ist. Bei der Einweihung galt das neue Funkhaus mit seinem 18-stöckigen Turm als das modernste Europas. Doch auch die Studios in der Villa Berg und ihrem Park waren nach 50-jährigem Betrieb nicht mehr zeitgemäß. Daher entstand bis 2011 ein weiteres Funkhaus direkt neben dem Hochhaus an der Neckarstraße.

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Veröffentlicht am Donnerstag, 17. März 2016 11:27

VON CMT & SCHWARZENEGGER

57 Jahre lang diente der Killesberg als Standort für die „Messe Stuttgart“. Mit dem Bau der ersten Hallen wurde bereits zur Reichsgartenschau 1939 begonnen. Fertiggestellt wurden sie jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg, und so konnten 1950 die ersten Messen in vier Hallen stattfinden. In den 1960er-Jahren boomte das Messeareal. Weitere Hallen wurden entlang der Stresemannstraße und der Straße Am Kochenhof errichtet. Doch die Hallen dienten nicht ausschließlich zu Ausstellungszwecken. Von 1955 an nutzte der SDR für 10 Jahre Halle 6 als das damals größte Fernsehstudio Deutschlands. Hier fanden auch große Sportveranstaltungen und Konzerte statt. Arnold Schwarzenegger gewann auf dem Killesberg seinen ersten internationalen Bodybuildingwettkampf. Bei den Internationalen Juniorenmeisterschaften 1965 heimste Schwarzenegger den Titel „Bestgebauter Athlet“ ein. Die beliebte Urlaubsmesse „Caravan, Motor und Touristik (CMT)“ fand erstmals 1968 statt. Der Ausbau des Ausstellungsareals endete mit 13 Hallen jedoch bereits in den 1980er-Jahren. Weitere Flächen standen nicht zur Verfügung, die Verkehrsanbindung war schlecht, und die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Daher erfolgte 2007 der Umzug auf ein größeres Areal am Flughafen. Die alten Hallen wurden bis 2009 komplett abgerissen. Auf den frei gewordenen Flächen erweiterte man den angrenzenden Höhenpark und errichtete Wohnhäuser sowie den Wohn- und Geschäftskomplex „Killesberghöhe“.

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Veröffentlicht am Donnerstag, 10. März 2016 18:12

VON ACADÉMIE & ELITE

Als älteste Hochschule Stuttgarts gilt die „Staatliche Akademie der Bildenden Künste“. Sie zählt mit ihren rund 900 Studierenden ebenfalls zu den größten und ältesten Kunsthochschulen Deutschlands. Gegründet wurde das Institut offiziell bereits 1761 von Herzog Carl Eugen als „Académie des Arts“. Er wollte namhafte Künstler nicht erst im Ausland suchen müssen, sondern stattdessen die kreativen Köpfe seines Herzogtums fördern. Jedoch sollte die Kunstakademie im Laufe der Zeit so einige Wandlungen durchleben. Bereits nach 14 Jahren ging die Académie in der neu gegründeten Karlsschule bei Schloss Solitude auf. Ab 1775 war ein Kunststudium lediglich an der neuen Eliteschule möglich. Wenige Jahre später übersiedelte die Karlsschule in eine ehemalige Kaserne hinter dem Neuen Schloss in Stuttgart, wo sie jedoch schon 1794, nach dem Tod des Herzogs, endgültig geschlossen wurde – und mit ihr die Kunstakademie. Erst 35 Jahre später wurde sie als „Königliche Kunstschule“ – mit Sitz an der Königstraße – neu gegründet. Aus Platzmangel musste die Kunstschule 1843 abermals umziehen und fand in einem Seitenflügel des neu errichteten „Museums der Bildenden Künste“ – heute als Alte Staatsgalerie bekannt – eine neue Heimat. Der letzte Umzug erfolgte, als der Jugendstilbau auf dem Killesberg fertiggestellt war, den man eigens für die nun „Königliche Akademie der Bildenden Künste“ erbauen lassen hatte. Als die Akademie 1941 mit der 1869 gegründeten Stuttgarter Kunstgewerbeschule zusammengelegt wurde, erhielt sie schließlich ihren heute noch gebräuchlichen Namen.

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Veröffentlicht am Donnerstag, 03. März 2016 09:48

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Veröffentlicht am Dienstag, 01. März 2016 10:59

VON KÄFIG UND HEXEN

Bis ins 19. Jahrhundert hinein dienten öffentliche Hinrichtungen zur Abschreckung. Häufig nahmen diese Veranstaltungen einen Eventcharakter an. Den Tod durch Hängen fanden Verurteilte ab der Mitte des 15. Jahrhunderts auf dem sogenannten „Galgenbuckel“ im Norden der Stadt. Hier wurde auch der herzogliche Finanzrat Joseph Süß Oppenheimer 1738 gehängt, sein Leichnam in einen rot gestrichenen Käfig gesperrt und für sechs Jahre auf dem Galgenbuckel aufgehängt.Gut sichtbar für jeden Reisenden, der die Ausfallstraße in Richtung Ludwigsburg nutzte. Auf dem ehemaligen Galgenberg – zwischen der Mönch- und Wolframstraße – stehen heute die vier Conradi-Wohnhochhäuser, die in den 1950er-Jahren für Angestellte der Bahn erbaut wurden. Auch der Scheiterhaufen kam in Stuttgart zum Einsatz. So fand beispielsweise 1562 eine Hexenverbrennung auf den Spitaläckern –nahe dem heutigen Hospitalviertel – statt. An der Stelle des Wilhelmsplatzes rollten hingegen jahrhundertelang die Köpfe. Der Henker lebte unweit der Richtstätte im Leonhardsviertel. Die „Richtstraße“ erinnert noch heute an seinen Wohnort. Von 1811 an wurden die öffentlichen Hinrichtungen jedoch aus der Innenstadt verbannt und fortan auf der Feuerbacher Heide nahe der Doggenburg durchgeführt. Die Hinrichtungsspektakel vor Publikum wurden von der Bevölkerung jedoch immer häufiger als barbarisch und geschmacklos empfunden und daher 1845 zum letzten Mal veranstaltet. Fortan fanden Hinrichtungen nur noch in den Zuchthäusern statt.

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Veröffentlicht am Samstag, 27. Februar 2016 09:08

QUICKIE

Das sogenannte „Alte Steinhaus“ war Stuttgarts ältestes Wohnhaus. Es wurde Ende des 13. Jahrhunderts zwischen der heutigen Schul- und Stiftstraße erbaut. Es verfügte über sehr massive Steinmauern, die bis zu einem halben Meter dick waren. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Haus zwar vollkommen aus, die robusten Wände überstanden jedoch. Statt das historische Gebäude wieder aufzubauen, entschied man sich für ein paar Parkplätze an seiner Stelle und ließ es daher 1953 abreißen.

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Veröffentlicht am Freitag, 19. Februar 2016 09:54

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